Verlassen, vergessen, verboten

Urbexer … noch nie gehört. Hinter diesem Wort verbergen sich die Begriffe, Urban Exploration. Gemeint ist das Entdecken von verlassenen Örtlichkeiten und die fotografische Dokumentation als Freizeitbeschäftigung. Echte ‚Urbexer‘ verändern nichts an den besuchten Örtlichkeiten, hinterlassen keinen Müll und verhalten sich bei ihren Expeditionen unauffällig. Ihr Motto bei ihren eigenwilligen Expeditionen lautet: „Nimm nichts mit – außer Deinen Bildern. Lass nichts da – außer Deinen Fußspuren.“ Ergebnisse von einigen Urbexern sind in Bildbänden oder als Jahreskalender schon im Handel erschienen.

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Paziols 2010 (91)

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Der größte verlassene Ort, der uns wohl bekannt ist, liegt in der Ukraine. Tschernobyl, das Wort mit dem wir Angst und Schrecken und kritische Distanz zur Atomenergie verbinden. Nach einem gescheiterten Systemtest, am 26.04.1986, explodierte Reaktor 4. Die Menschen, die nicht sofort starben, flüchteten überstürzt und hastig, auch aus der nahegelegenen Arbeiterstadt Prypjat. Eine Geisterstadt ohnegleichen. Beim Durchsehen der vielen Bilder im Netz, vermischen sich Gedanken von nachvollziehbarer Faszination bis abstoßendem Katastrophentourismus. Viele Spotter und Urheber der neusten „grusel Bilder“ waren zum Zeitpunkt der Katastrophe, noch nicht einmal geboren. Ich kann mich noch gut an die Stimmung dieser Tage erinnern. Angst vor der Wolke, 1.600 km weit entfernt. Und wir wissen nichts. Und heute – was macht die Anziehungskraft aus? Was ist aus den Überlebenden geworden? Wo ist das Kind, das mit dieser Puppe gespielt hat? Das Mitgefühl für die unmittelbar Beteiligten des GAU wird von den Bildern reflektiert. Das ist extrem und doch, auch jedes andere halb verfallene Haus birgt seine Geschichte. Warum wohnt hier niemand? Was ist passiert?

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So ambitioniert, wie oben beschrieben, sind meine Schritte nicht. Obwohl ich es auf jeden Fall schon aufregend genug finde, an einer Straße innezuhalten, die Kamera zu zücken und, für alle sichtbar, das gefundene Objekt zu fokussieren. Was tut die denn da?! Hierbei halte ich mich doch lieber von morschen Decken oder Spinnweben im Gesicht fern, obwohl es ist nicht ausschließen möchte, dass ich dem Reiz, ein Gemisch aus Abenteuerlust und Neugier, irgendwann einmal nachgeben werde.

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Ehemaliger Grenzübergang Frankreich / Spanien

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Perillos in den Pyrenäen. Der gesamte Ort  ist verlassen

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Designelemente

„Der Realismus des Bildes besteht in der gleichzeitigen Vorgabe von drei großen bildnerischen Bedingungen; den Linien, den Formen und den Farben“. Ein Zitat von Kasimir Malewitsch.

Wie die Musik ihre Töne oder die Sprache ihre Laute und Schriften hat, so hat das Bild seine Designelemente:

  • Punkt
  • Linie
  • Fläche
  • Form
  • Kontrast
  • Farbe
  • Muster
  • Textur
  • Skulptur
  • Raum

Linie

„Der rechte Winkel zieht mich nicht an, und auch nicht die gerade, harte inflexible Linie, die der Mensch geschaffen hat. Was mich anzieht, ist die freie und sinnliche Kurve, … Das ganze Universum ist aus Kurven gemacht“ Ein Zitat von Oscar Niemeyer

Augen und Geist der Umwelt gegenüber öffnen, Stimulation der Kreativität und Vorstellungskraft. Einmal täglich etwas Kreatives tun, das ist eine schöne Art zu arbeiten.

Das Programm für den heutigen Tag entwickelte sich vom eigentlichen Vorhaben, nämlich dem auftreiben einiger Arbeiten, Papierkollagen zum Thema Linien, die ich vor etwa drei Jahren gemacht habe, über das Ausrangieren von diversen anderen angefangenen Projekten, aus noch älterer Zeit, die ihren Reiz verloren haben, bis hin zur Entdeckung von wieder anderen angefangenen Projekten, die unbedingt noch weiter geführt werden mussten. Die ursprünglichen Papiere blieben leider verschwunden, dafür war mein Arbeitsraum wieder etwas übersichtlicher. Auch schön, aber wo habe ich die Papiere bloß gelassen? Das Haus verliert nichts, so tröste ich mich für den Augenblick.

GEFUNDEN! Hatte ich doch extra eine Mappe angelegt. Darin einige Studien, erarbeitet nach Anleitung aus dem Buch „Textile Abenteuer“ von Mirjam Pet-Jacobs.

IMG_8569Interpretation der Linie auf der Fotografie, oder Ergebnis der Anordnung zwischen den Bildern.

Aus den Formen der Natur lassen sich organische oder freie Linienformen herleiten. Der Punkt ist der Ort, die Linie der Weg. Die entstehenden Linienarten unterscheiden sich im Richtungsverlauf, Dichte, Ausdehnung, Breite. Sie können Gefühle und Eigenschaften ausdrücken: Unruhe, Weichheit, Leichtigkeit, Ärger, Freundlichkeit, Stabilität, Natürlichkeit, Härte.

Der Vergleich zwischen menschlich erzeugten Designelementen hin zu Ebenbildern in der Natur ist so auffällig, dass es natürlich schon viele Schilderungen von Künstlern darüber gibt. Dennoch jeder Eindruck ist persönlich und als Foto festgehalten einzig.

img_4632.jpgVom abfließenden Wasser bei Ebbe, erzeugte Rinnsale

IMG_8138Abgestorbenes Holz einer Kletterpflanze

IMG_8580Angeschwemmtes Schilfrohr

Eine mögliche handwerkliche Umsetzung auf Textil:

IMG_8564Monotypie Druckverfahren, Acryl auf Leinen

GRAU

Schon Loriot lehrte uns die Vielfalt der Farbnuancen im grau, 28 hatte er im Sortiment. Möchte man eine erfrischende neue Raumfarbe in diesem Ton, kann bei einem Farbenhersteller zwischen „Stärke der Berge“, „Nebel im November“ oder „Poesie der Stille“ gewählt werden. „Zeit der Eisblumen“ fand ich gut. Nicht dass ich Lust hätte die Farbrolle zu schwingen aber es stimmt schon: Grau ist edel und hält sich elegant im Hintergrund. Soweit die gedankliche Verschnörkelung zu grauen Wolken, grauer Jahreszeit und graue Kälte.

Und weil ‚Wetter‘ immer dankbar ist für ein Thema in jeder Lebenslage sowohl beim Smalltalk als auch im Hörsaal der Universität für Geowissenschaften, widme ich mich dem Wetter im November – bäh, dem Wetter im Dezember – bäh, dem Wetter im Januar – bäh und dem Wetter im Februar – na ja geht so. Stimmt ja gar nicht: Aufmerksam im Bild eingefangen gab es wunderschöne Tage in diesem Winter. „Zeit der Eisblumen“ hat Hochsaison ist die Wohltat fürs Auge.

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Dazwischen, zugegeben, grau. Aber was ist so schlecht daran? Sicher die Dunkelheit bewirkt, dass der Körper das Hormon Melatonin ausschüttet, was zu vermehrter Müdigkeit führt. Leider haben wir nicht die Möglichkeit angemessen zu reagieren und in einen Ruhemodus zu verfallen, obwohl Wissenschaftler entdeckt haben, dass auch Menschen Gene für den Winterschlaf besitzen. Hauskatze müsste man sein.

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Vom Glück, in einem Museum zu wohnen

Kunstwerke aus dem Privatbesitz von Uwe Friedrichsen sind in einer Auktion verkauft worden. Was viele nicht wussten, der im April verstorbene Herr Friedrichsen hat seit Ende der 50er- Jahre leidenschaftlich Kunst gesammelt. Teilweise befanden sich die Bilder im Wohnsitz, teilweise in einem Archiv. Zu seinem Traum, eine Ausstellung, zu eröffnen, kam es leider nicht mehr. Viele Menschen sammeln Kunst. Dazu bedarf es meist einen gefüllten Geldbeutel, aber manchmal reicht auch ein „Näschen“ für das Besondere zu haben und zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

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Ich habe das Glück ein richtiges Umfeld an lieben Personen zu haben, die mir immer wieder tolle, eigene Werke schenken. So ist inzwischen eine besondere Kunstsammlung entstanden, die ich stolz „meinen privat Besitz“ nennen kann.

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Immer wieder stelle ich fest, dass die Umgebung einer ausgestellten Kunst den visuellen Geist beeinflusst. Klima- und Lichtbedingungen sind bei Kunst penibel zu beachten. Zur Vermeidung von Schäden sind viele spezifische Schutzmaßnahmen zu beachten. Große Verantwortung und wichtig um Kunst, die unsere menschliche Kultur wiederspiegeln, auch für nachfolgende Generationen lange zu erhalten. Als Gesamtkunstwerk lässt es sich verstehen, wenn Objekte statt in einer glatten, durch künstliches Licht veränderten Räumlichkeit, in der Natur oder Ruine o.ä. präsentiert wird. Mona Lisa im Gewächshaus? Natürlich undenkbar – aber eine Vorstellung ist es wert.

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Die Idee kam mir bei einem Spaziergang am Deich, die Pflanzen zwischen den Befestigungssteinen hatten immer wiederkehrende Farbnuancen, wie ein Mosaik. Das Wortspiel fand ich lustig, passend zur Pflanzenart. Moos.

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Zudem wollte ich meine gesammelten Fotos von verschiedenen Kacheln als Ganzes oder klein gestückelt im Mosaik, zusammentragen.

 

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Aber dann die Ernüchterung. Die Bilder müssen irgendwie durch die Sonneneinstrahlung, auf der Festplatte verblasst sein, ich habe sie ganz anders in Erinnerung viel strahlender. Oder vielleicht war die Qualität meines Equipment einfach nicht so hochwertig. Was soll´s.

Auf ein Bild aus dem Park Güell habe ich noch gewartet.

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Das Material für die vielen Mosaiken bekamen Gaudi und der Architekt Jujol, aus den Abfällen der nahen Keramikfabriken in Barcelona. Die Bauweise war sehr teuer, da alles in Handarbeit gefertigt wurde.

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Ein Mosaik etwas anderer Art. Hauptsache bunt sind diese Deckel, die mal länger-mal kürzer am Strand auf ihre eigentliche Bestimmung gewartet haben, ein Teil eines Gesamtkunstwerkes zu werden. (konnten danach auch alle weg)

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Auf den Spuren von Gaudi. Die können ganz sicher nicht weg.

 

 

Bon voyage

Ich lese gerne Reiseberichte, private Impressionen, Eindrücke und Erkenntnisse. Allerdings hat die Vielzahl von Informationen auch den Nachteil, zu filtern, was gut für einen selber ist. Abstand zu nehmen von irrenden Animositäten, die Verunsicherung hervorrufen können, wobei eine gesunde Vorsicht ist gut, wie überall im Leben aber die positiven Gedanken im Gepäck ganz oben auf.

Die pessimistischen Berichte über das Campen z.B., haben einen nicht zu verachtenden Gedankensamen gesetzt. Mobil sein, Gegenden erkunden, unabhängig sein ist schön aber wird der Wagen noch da sein, wenn wir vom Brötchen holen zurückkehren. Na gut, testen wir uns erst einmal heran, fahren in Gegenden, die wir schon kennen, wo wir uns gut fühlen.

Wir haben immer das Jahr über für den Sommerurlaub gespart, die Reiseziele waren Italien, Schweden, Frankreich, Dänemark, Türkei, Österreich, Spanien oder lagen in unserem Heimatland.

In diesem Jahr ging es mit Optimismus auf die Reisen in den Süden. DER Süden mit Sonne, leckerem Essen und stets gut gelaunten Menschen (wieder so ein Klischee: Norddeutsche seien etwas kühl, da fällt mir der Mann aus HL auf der Autobahn ein, irgendwo zwischen den Pyrenäen und den Alpen, sieht das HH Kennzeichen und grüßt: „Moin, moin, gute Fahrt“ einfach nett die Begegnung). Nach etwa 800 km können die Jacken endlich im Schrank verschwinden – es wird merklich wärmer. Reisezwischenstopp auf einem Campingplatz bei Freiburg, Urlaubsfeeling stellt sich sofort ein. Weiter geht es in der 2. Etappe mit Straßenverkehr von locker-leer bis zäh-voll. In der Dunkelheit kommen wir in Tuchan an und entschließen uns die Nacht auf einem Plateau zu übernachten, das wir im letzten Jahr entdeckt haben. Belohnung nach ewig erscheinender Fahrt, Blick auf einen unendlichen, klaren Sternenhimmel mit einigen Sternschnuppen. (In der Nacht vom 13 auf den 14. August bringen die sogenannten Laurentiustränen, die nach dem Märtyrer Laurentius benannt sind, zahlreiche Sternschnuppen. Bei den Tränen des Laurentius handelt es sich eigentlich um die Perseiden, deren Radiant also Anfang, im Sternbild Perseus zu finden ist und die uns mit einer Fallrate von ca. 100 Sternschnuppen pro Stunde beglücken. Der Meteorstrom trifft mit einer Geschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde auf die Erdatmosphäre) – wow!

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So beginnt der Urlaub in diesem Jahr mit einem wunderschönen morgendlichen Ausblick auf das Tal von Paziols im Département Aude und mit einem Frühstück am Fluss.

Das nächste Abenteuer mit dem Camper in die große Stadt – Barcelona (etwa 2Std. Autofahrt entfernt). Der ausgewählte Campingplatz im Vorort von Barcelona lag günstig und es wurde ein Stellplatz reserviert. Um die Warnungen zu befolgen, auf gar keinen Fall mit dem Auto in die Stadt zu fahren, sollte der Wagen dort abgestellt und in die Bahn umgestiegen werden. Schon toll so ein Navi, die Wegbeschreibung perfekt (diesmal) plätscherten die KM so dahin und während wir noch darüber nachdachten woher uns der Ortsname „Masnou“ so bekannt vorkam, befanden wir uns mitten in Barcelona. Ach ja richtig dieser Ort – da war der Campingplatz –

Zurück fahren? Ach was, das kann doch nicht so schlimm sein einen Parkplatz zu finden! War es auch nicht. P mit freien Plätzen in einem Einkaufszentrum mit bis zu 6 Ebenen unter der Erde! Nicht nachdenken, Höhe 2,10 m passt, also los. Perfekter Platz in Ebene U5. Bewacht und nicht übermäßig teuer, direkt am Eingang des Gotischen Viertels. Viel Zeit für die Wanderung kreuz und quer durch die Altstadt.

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Kolumbus Denkmal über dem Dach vom alten Zollhaus

 

Einfach der Nase nach zu gehen und anschließend im Reiseführer nachzuschauen, was wir gesehen haben, ist auch eine Möglichkeit eine Stadt zu erkunden, vor allem, wenn man nicht so viel Zeit hat. Nicht dem Zufall überlassen wollten wir den Besuch im Park Güell.

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Die Gartenstadt mit deren Bau 1900, der Architekt Antoni Gaudi beauftragt wurde, stand ganz oben in der Wunschliste der Sehenswürdigkeiten. Begleitet vom Schreien der Mönchssittiche, spazierten wir durch den Park, bis wir uns dann wirklich verabschieden mussten, um noch unseren Stellplatz für die Nacht zu erreichen.

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Blick aus dem Park auf die Altstadt und das Meer…

Freundlich wurden wir gegen 22.00 Uhr empfangen und haben den scheinbar letzten Platz ergattert, den es offensichtlich gab. Doch Platz ist sowohl in der kleinsten Hütte als auch auf dem überfülltesten Campingplatz, den wir je erlebt haben und so verbrachten wir zufrieden die Nacht vor dem Waschhaus um dann am nächsten Morgen von Hähnen und Papagei Geschrei geweckt zu werden. Da waren sie wieder die lustigen Vögel. Du bekommst einfach sofort gute Laune wenn Du sie beobachtest.

 

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Barcelona werden wir sicher wieder besuchen, um noch mehr zu entdecken und die freundliche entspannte Stimmung ein weiteres Mal zu erleben.

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La Rambla

 

Zum ersten Mal fuhren wir nach Perpignan, darauf sind wir noch nie gekommen. Natürlich besteht die Stadt nicht nur aus Promenade und Krankenhaus, sondern hat eine sehr schöne Altstadt. Wie schon in Barcelona erprobt, erst loslaufen, dann schauen welche Sehenswürdigkeiten den Weg gekreuzt haben. Am interessantesten sind doch auch die Dinge die in keinem Reiseführer stehen und durch aufmerksame Augen entdeckt werden wollen. Es ist sicher Geschmacksache was eine Beachtung erhält, die imposanten Kathedrale

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Saint-Jean-Baptiste

 

oder auch das Minigraffiti an der Hausecke.

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Für die üblichen Wanderungen über Land oder durch Fluss, blieb auch noch genügend Zeit und Muße. Wie immer ein Erlebnis.

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Spitze

 

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Collioure

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Camping kurz vor der spanischen Grenze

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ein schöner Urlaub, Santé

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Kurios und seltsam

Ich schreibe ja gerne von Eindrücken bei einem Spaziergang. Nach einer Ansammlung von Bildern, die in die Kategorie „merkwürdig“ passen, finde ich, ist es Zeit für einen Beitrag über eben diese Schauplätze. Sicher kennen viele diesen Moment eines Augenblicks, in dem wir denken: „ Wie seltsam…,lustig…, ominös…,abnorm…,skurril…“ meistens findet dieser Augenblick wenig nachhaltige Beachtung oder wird von unserem Gehirn in die Schublade „sonderbar“ ablegt.

Spätestens mit Erfindung des Smartphones, sind die Möglichkeiten fast unbegrenzt diese Szene festzuhalten.

Die Idee für diesen Beitrag kam mit der letzten Entdeckung:

Bevor die Norddeutschen Meisterschaften im Rudern auf der Doven Elbe in diesem Jahr starteten, wurde am Wasserpark aufgeräumt. Dieser Stuhl lag sicher schon länger im Wasser. Jetzt steht er dort am Wegesrand, so abgestellt, wie eine Einladung, Platz zu nehmen und zu verweilen. Etwas surreal. Für die unzähligen Muscheln kam jede Rettung zu spät, sie vertrockneten in der Juni-Sonne.

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Eine andere Ansammlung von Weichtieren sieht man häufig im Südeuropa. Diese Schnirkelschnecken haben sich auf dem Gartenzaun in einer Hitzestarre vereint.

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Die Natur findet ihren Weg, so auch die Birke in dem Schornstein, der als letzter Überrest an die Treibhäuser einer Gärtnerei in den Vierlanden erinnert. Ebenso könnte es sich um einen extravaganten Blumentopf handeln.

Ochsenwerder Norderdeich

In der Corbières, Südfrankreich, lassen sich in den Bergen manchmal Autowracks ausmachen, deren Marke manchmal noch zu erahnen ist.

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Die Platzenge lässt den Gartenzaun, in Mannheim, von diesem Baum einwachsen.

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Gartenzäune kann man ja in großer gestalterischer Vielfalt entdecken. So zum Beispiel dieser, aus Gartengeräten am Strandweg in Blankenese recht stabile kunstvoll gearbeitete…

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…oder dieser, mit Ästen zusammengebundene, der als Begrenzung vor einem Abhang sicher nicht vor einem Sturz in die Tiefe schützen kann. In Pula, Kroatien

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Im Sommer, wenn viele Flussbetten in Frankreich ausgetrocknet sind, kommt der Grund zum Vorschein. Am Place de Commercial besteht hier die Sohle nicht nur aus Steinen. Diese Sedimente sind entschieden zu groß, um aus den Bergen hierher geschwemmt sein zu können.

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Weiter geht es mit Industrieabfall, allerdings bewusst eingesetzt als Pflanzbehälter in der Grünanlage. Der Hinweis zum Schutz, hat nichts geholfen, denn leider sind die Pflanzen  vertrocknet. Die Milch macht´s nicht immer.

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Aus Information über Information, zahlreiche Hinweise über Kunst und Kultur, ergibt sich in dieser Anhäufung von Plakaten, selbst ein Bild mit künstlerischem Wert.

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Vertrauen ist das Substantiv, welches mir hierzu sofort in den Kopf kommt:

Wer wagt sich, sein Spendengeld in diesen Schlitz in einer Tür, die alles andere als seriös aussieht, die wiederum in einer Ruine verbaut ist, einzuwerfen? Und wer leert überhaupt? Mäuse, Holzwürmer?

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Das Logo dieser Supermarktkette wiederum kann hängen wo es will, wo ALDI drauf steht, ist auch ALDI drin.

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Ob hier noch Benzin in den Schläuchen fließt wage ich zu bezweifeln.

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Augen auf beim Gassi-Lauf / Teil 2

Bei Spaziergängen, gibt es, wie erwähnt, immer etwas zu entdecken. Mit einer kleinen Veränderung bekommen Fundstücke für die Sachen-Sucherin eine neue Bedeutung. Diese Art mit allen Sinnen die „Köter-Runde“ zu begehen, bringt richtig Spaß. Einige Beispiele habe ich herausgesucht:

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Die Seite mit den Rätzeln in der Zeitung, fand ich als Kind immer am Besten. Nur, der oder das Rebus war für mich, im wahrsten Sinne des Wortes, ein Rätzel. Später erschloss sich auch mir der Gedanke hinter den Bildern. Hier haben wir „Dora´s Mutter“.

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Es grünt so grün… Mit diesem Farbfilter für die digitale Kamera habe ich den elektronischen Farbabgleich durch eine entsprechende Berechnung der Bilddaten gespart, indem ich einfach eine der zahllosen Glasscheiben, die herum liegen, vor die Linse gehalten habe. Die Besonderheit liegt in dem changieren der Farbe. Der Filter ist wahlweise in blau und braun verfügbar.

Elb-Mosaik

 Kronkorken finden, das Elb-Mosaik.

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Im Frühjahr und im Herbst wird immer wieder Treibholz an die Ufer der Elbe gespült, damit ist die Saison der Ideen-Spiele für „Kunstobjekte“ eröffnet. Hier haben wir ein ganz feines Exemplar, entstanden aus einer spontanen Laune heraus, den nächsten Windstoß hat das Objekt dann leider nicht überstanden.

Papierwerkstatt

Ein langes Wochenende, schönes Papier und eine Frühstücks-Verabredung bei einer Freundin sind die Zutaten zu dieser Arbeit, die sich nun sacht im leichten Wind der Eisheiligen bewegt.

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An anderer Stelle schweben ein paar Kugeln an den Allium Blüten vorbei.

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Um die nächsten Termine und Ideen bereit zu halten, noch einen schnellen Zettelhalter…

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…oder so.

Wobei, schnell geht gar nichts, jeder der handwerklich arbeitet, weiß das, gemessen an der Zeit, die auf der Uhr verstreicht,  füllen diese Arbeiten auch mal einen ganzen Tag, aber was bedeutet das schon, das Wichtigste dabei ist wieder einmal, die Freude.

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„Du hast da was!“

 

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Der Deutsche Tierschutzbund schreckt aufmerksame Tierfreunde mit seiner Kampagne „Du hast da was an der Mütze – Pelz ist peinlich“, auf.

Denn Tierfelle sind wieder im Trend und in manchen Ländern preiswerter zu haben, als Kunstfasern- völlig absurd:

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Kampagnen-Plakat, Deutscher Tierschutzbund e.V.

Eingepfercht in engen Gitterkisten  fristen zahllose Tiere ihr Dasein, um am Ende als modisches Accessoire ein Kleidungsstück zu zieren. Kapuzenkragen und Mützenbommel.

Der Wunsch aus der untätigen Empörung, der passiven Ohnmacht herauszukommen gestaltet sich nicht einfach. Soll ich mit einem Ärger im Bauch die Mutter ansprechen und darauf aufmerksam machen, dass sie ihrem Kleinkind ein geschundenes, totes Tier auf den Kopf gesetzt hat. Wie stelle ich es an, der Desinformation entgegen zu wirken, ohne missionarisch aufzutreten? Oder lethargische Sackgasse?

Ich mag nicht untätig sein und starte meine „Gegen-Fell-Kampagne“:

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EMA’S-Kragenweite-Kampagne: Ich mach mir meinen Kragen selbst!